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Von der Rehabilitation zur Motivation
Ziel ist die Eigenverantwortung des PatientenVon der Rehabilitation zur Motivation

Von der Rehabilitation zur Motivation© FREI AG

Das Training im Selbstzahlerbereich muss nicht auf eine lange Mitgliedschaft ausgelegt sein – im Gegenteil: nach spätestens einem Jahr sind die Kunden weg. Das ist die erklärte Praxisphilosophie von Sven Schöffel.

Der 45-jährige Physiotherapeut und Praxisinhaber will seine Patienten an einen aktiven Lebensstil heranführen und dann in die eigene Verantwortung entlassen. Sven Schöffel setzt auf Spaß und Eigenmotivation in seiner Praxis in Herrenberg, einer Stadt mit 30.000 Einwohnern in Baden-Württemberg, südwestlich von Stuttgart. Die Praxis ist 330 Quadratmeter groß und auf einer Trainingsfläche von 110 Quadratmetern bietet er Termine zum Personal Training und für kleine Kursgruppen an.

Um Patienten in die aktive Bewegung zu bringen, greift er in seiner Praxis mit 16 Angestellten zu einem ganz bestimmten Gerät, von dem er sagt: „Ein Lächeln auf Ihrem Gesicht ist während des Trainings garantiert!“ Gemeint ist das Training auf einem Tramp Trainer TT. THERA-BIZ unterhielt sich mit Sven Schöffel darüber.

THERA-BIZ: Herr Schöffel, wie setzen Sie das Gerät ein?

Sven Schöffel: Es gibt zwei verschiedene Formen. Wir setzen den Tramp Trainer innerhalb einer MTT auf der Trainingsfläche oder im Rahmen der KGGVerordnung ein. Er hat ja mittlerweile auch die Zulassung als Beinpresse. Wenn wir zum Beispiel einen Patienten nach Kreuzbandriss in der Rehaphase behandeln und der selbst noch etwas mehr machen möchte, dann darf der gern nach der Therapie auf ärztliche Verordnung in eigener Regie unter der Betreuung eines Sporttherapeuten auf dem Gerät arbeiten. Das ist dann so eine kleine IGeL-Leistung. So vermarkten wir das direkt. Ansonsten ist es integriert in das Gesamtsystem, in die Behandlung auf Rezept.

Nehmen wir einen Patienten nach Kreuzbandriss oder einen in der Rehaphase von Hüft-TEP. Hier zielen wir auf den Kraftaufbau. Der Vorteil des Geräts ist, dass Patienten relativ früh unter Volllast zu trainieren beginnen können, weil es eine geschlossene Kette darstellt. Und damit haben sie eben sehr schnell eine Mobilisierung und parallel dazu einen Kraftaufbau mit dem eigenen Körpergewicht. Weiterhin integrieren wir das Training bei lumbalen Instabilitäten oder zum koordinativen Training oder für das Beckenbodentraining, allerdings hier in Kombination mit einem speziellen Beckenbodentrainer – und wir setzen es jetzt sogar verstärkt für Kieferpatienten ein.

THERA-BIZ: Bei CMD? Können Sie das einmal näher darstellen?

Sven Schöffel: Springen Sie mal Trampolin und lassen den Mund in einem bestimmten Winkel geöffnet. Dann merken Sie relativ schnell, wie aktiv Sie den Kiefer kontrollieren müssen, um nicht zuzubeißen. Das ist das hohe Ziel, dem Patienten den Biss bewusst zu machen und ihm beizubringen, dass es eine aktive Geschichte sein kann oder aktiv eine Entspannung herbeizuführen ist. Und wir haben herausgefunden, dass die Patienten im Bereich der vorderen Halsmuskulatur wohl immens stark mit einem Muskelaufbau reagieren und eben auch mit einer veränderten Zentrik.

THERA-BIZ: Wie ist das Training bei Ihren Patienten angekommen?

Sven Schöffel: Sehr gut. Wir haben, so schätze ich, sicher 20 – 25 Patienten pro Woche, die als Selbstzahlerleistung auf diesem Gerät trainieren. Und es ist immer belegt, es wird stark frequentiert.

THERA-BIZ: Wie hoch ist der Spaßfaktor? Sie sprechen von einem Lächeln auf dem Gesicht Ihrer Patienten ...

Sven Schöffel: ... der Spaßfaktor ist immens hoch. Es ist einfach auch so, dass es eine neue Bewegungserfahrung ist, die in dieser Form eigentlich nicht bekannt ist. Sie kennen das Trampolinspringen in der Vertikalen – sei es aus Schulzeiten, sei es, dass die Kinder, die Enkel ein Trampolin bekommen haben. Aber die Möglichkeit gegen einen Widerstand anzuspringen und vor allem gegen sich selbst als eigenen Widerstand anzuspringen, das ist durchaus neu. Und es ist eben kein stupides Training, in dem jetzt irgendein Gewicht gepresst wird, sondern es ist die aktive Bewegung dabei.

THERA-BIZ Können Sie so eine gute Brücke von der Reha in den Selbstzahlerbereich bauen?

Sven Schöffel: Absolut. Wir sagen immer, probier‘ es ein paar Minuten. Das überzeugt. Wir verlangen am Anfang nicht die volle Summe dafür, 12 Euro für eine Viertelstunde. So können wir den Patienten noch extra etwas anbieten, was zum einen für sie eine schnellere Regeneration mit sich bringt und zudem für die Praxis eine lohnenswerte wirtschaftliche Seite darstellt.

THERA-BIZ: Kommen die Kunden dann regelmäßig über Jahre hinweg?

Sven Schöffel: Unser Ziel ist es nicht, dass wir Patienten über Jahre hinweg binden, sondern dass wir eine Begleitung auf dem Weg hin zu einer sportlichen Aktivität geben. Also wir behalten die Patienten nicht länger als ein halbes Jahr, maximal ein Jahr auf unserer Trainingsfläche. Und entlassen Sie dann letztendlich auch in ihre eigene Verantwortung, in ein Fitnessstudio oder in andere Maßnahmen zu gehen. Das hat mit der Philosophie der Praxis zu tun. Wir bieten prinzipiell keine Mitgliedschaften im Sinne von Jahresmitgliedschaften an. Unsere Philosophie ist es, Einzel- oder Kleingruppentraining mit maximal drei Personen anzubieten, woraus wir wöchentlich Einnahmen in Höhe von mehreren Tausend Euro generieren bezogen auf einen Wocheneinsatz von etwa 45 bis 50 Stunden. Davon sind die Hälfte Kleingruppen bis zu drei Trainierenden. Die Termine müssen immer gebucht werden, d. h. Sie machen einen Termin aus und wenn Sie dann zu dritt sind, wird der fixe Stundenpreis durch drei geteilt. Sind Sie allein, haben Sie eine Stunde exklusiv Personal Training. Der fixe Stundenpreis beläuft sich auf 82 Euro pro 60 Minuten. Während des Trainings ist immer ein Sporttherapeut dabei. Der Betreuungsschlüssel liegt also bei 1:1 bis 1:3.

THERA-BIZ: Welche Erfolge erzielen Sie mit dem Trainingsgerät?

Sven Schöffel: Ich erzähle Ihnen ein Beispiel: Wir betreuen eine Damen-Handballmannschaft der zweiten Bundesliga, unter anderem aber auch Fußballer, Triathleten und Radprofis. Wir haben mit zwei Fußballern und zwei Handballerinnen einen Test gemacht nach Kreuzband riss. Das Ergebnis: Nach dem Training war nach vier Wochen schon eine so große Stabilität erreicht, sodass wir mit aktivem Jogging anfangen konnten. Wir waren der ganz normalen Entwicklung im Schnitt etwa um 50 Prozent voraus. Bis zum Schluss zogen wir das durch. Nach einem halben Jahr entließen wir die Sportler schon in das normale Training, weil der Kraftaufbau wieder da war. Normalerweise rechnet man für diesen Vorgang bis zur vollständigen aktiven Wiederaufnahme des normalen Trainings ein ganzes Jahr.

THERA-BIZ: Setzen Sie das Trainingsgerät auch für Ältere ein?

Sven Schöffel: Das funktioniert wunderbar. Der älteste Patient, der darauf trainiert, ist 89 Jahre alt. Er hüpft natürlich nicht wie ein Junger darauf. Aber Sie können Gehtraining machen zur Sturzprävention mit Krafterhaltung und Koordination. Gerade bei den Älteren ist die Bereitschaft da, für das Training zu bezahlen. Ich glaube, der Wunsch aktiv zu bleiben, ist sehr hoch und dann ist es den Menschen das wert. Der Selbstzahlerbereich insgesamt gesehen ist allerdings bunt gemischt, vom 22- Jährigen bis hin zum 89-Jährigen.

THERA-BIZ: Welchen Nutzen bringt Ihnen der Tramp Trainer?

Sven Schöffel: Ein Mehrwert ist das Alleinstellungsmerkmal, das wir dadurch haben. Finanziell ziehen wir ebenso einen Nutzen daraus, da wir mehr Patienten gewinnen. Durch den Erfolg ist die Weiterempfehlungsrate höher. Zusätzlich haben wir eine therapeutische Entlastung, da der Patient selbst aktiv sein kann. Das bedeutet, wir haben fröhliche Patienten, eine schnellere Regeneration und damit auch eine Motivation für den Therapeuten an sich. 

THERA-BIZ: Welche Tipps geben Sie Kollegen?

Sven Schöffel: Er sollte die Wertigkeit des Gerätes nicht unterschätzen. Also das Gerät definitiv als besondere Leistung betrachten und das gegenüber dem Patienten auch geltend machen. Zum Beispiel, indem Sie sagen: „Wir haben da etwas, aber wenn du das außerhalb deines Trainingsbereichs nutzen möchtest, dann muss das eben entsprechend separat abgerechnet werden.“ Also die Wertigkeit des Geräts entsteht immer durch die Wertigkeit des Patienten. Und wenn der Therapeut die Wertigkeit darin sieht, dann wird es auch funktionieren.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Reinhild Karasek.



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