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„Vertrauen ist eine wichtige Sache!“
Dieses Jahr feiert emotion fitness am 1. April, also unmittelbar vor der FIBO,...

„Vertrauen ist eine wichtige Sache!“

Das deutsche Familienunternehmen emotion fitness aus Hochspeyer, östlich von Kaiserslautern, hat sich auf dem Markt etabliert. Auch außerhalb Deutschlands agiert das Unternehmen sehr erfolgreich. 

Das Renommee basierte von Anfang an auf soliden Cardiogeräten für den professionellen Fitnessbereich, ohne viel Schnickschnack, dafür mit guten Programmen und Zusatzfunktionen, um effektiv und zielführend trainieren zu können. Inzwischen rückte der therapeutische Bereich in den Vordergrund und richtet sich an Physiotherapeuten und Patienten. 

Welche Geschichten hat das Familienunternehmen zu erzählen? THERA-BIZ sprach mit Geschäftsführerin Stephanie Schmitt. 

THERBIZ: Welche Idee stand damals hinter der Gründung?

Stephanie Schmitt: Der Ideengeber hinter dem Namen emotion fitness war und ist in all der Zeit Helmut Klein. Helmut Klein kommt aus dem Leistungssport, genauer gesagt dem Kanurennsport. Zeit seines Lebens interessiert er sich für Technik, ist aber auch ein Verkäufertyp. Nach der Zeit als Bundestrainer kam er zufällig an einen Job im Vertrieb bei einem Ergometerhersteller. Dort reifte die Überzeugung, die Produkte könnten noch besser und  vielfältiger sein. Da der damals Enddreißiger keine Chance sah, die Dinge in bestehenden Strukturen und Firmen zu optimieren, entschloss er sich kurzerhand, sein eigener Herr zu werden. Eine eigene Entwicklung und Produktion erschien dem Diplom-Sportlehrer zunächst fern des Machbaren,  weshalb er erst einmal Geräte aus den USA importierte und für den deutschen Markt in der heimischen Doppelgarage modifizierte.

THERA-BIZ: Wie viele Mitarbeiter hat das Unternehmen heute?

Stephanie Schmitt: Jetzt sind bei  emotion fitness insgesamt 11 Personen aktiv – vier davon aus der Familie. Bei 11 Mitarbeitern sitzt man größentechnisch irgendwie „zwischen den Stühlen“. Es kann nicht mehr jeder alles wissen, aber keine Stelle ist doppelt besetzt. Man muss also immer in mehreren Arbeitsbereichen einsetzbar bleiben. Das bedeutet gleichzeitig, dass wir bei der Auswahl der Mitarbeiter stets auf Qualität und Eigeninitiative Wert legen. Unsere Fluktuationsrate ist niedrig und viele kannten wir schon, bevor sie Mitarbeiter wurden. Ruft man bei uns an, landet man nicht in einer Warteschleife, sondern bei einer Person aus Fleisch und Blut. 

THERA-BIZ: Haben sich Unternehmensschwerpunkte seit der Gründung verlagert?

Stephanie Schmitt: Ja, auf jeden Fall. In mehrerlei Hinsicht. Zunächst ging es um den direkten Verkauf einer limitierten Anzahl von Modellen an Fitnessstudios. Wir hatten immer den unmittelbaren Kontakt zu unseren Studio-Kunden. Eine Schwerpunktänderung kam mit der eigenen Geräteentwicklung. Seitdem geht es viel mehr um zusätzliche Funktionen, verbesserte Komponenten, Programmierung von Trainingsprogrammen und Pflichtenhefte für neue Gerätelinien. Im Moment arbeiten wir zum Beispiel an der Implementierung der neuen Polar-Pulsmessgeneration und an einer günstigen, aber sehr präzisen Vergleichbarkeit des Krafteintrags zwischen rechter und linker Seite. Das sind spannende Felder, die jedoch Ressourcen binden – sowohl bezüglich Manpower als auch Geld.

Auch in anderer Hinsicht hat sich unser Schwerpunkt verlegt. Seit 2008 sind wir als Hersteller von Medizinprodukten der Klasse IIa zertifiziert. Das ist immer wieder zeit- und kraftintensiv. Dadurch änderte sich wiederum der Vertrieb. Wir konnten durch das Angebot an Medizinprodukten einige namhafte Vertriebspartner gewinnen, die unsere Produkte nutzen, um ihre Kraftgerätelinien sinnvoll zu ergänzen und Komplettlösungen anbieten zu können. Dafür erarbeiten wir dann in der Regel unterschiedlich weitreichende Anpassungen unserer Geräte, damit sie in andere Trainingssteuerungssysteme zu integrieren sind. 

Das führt für uns zu einer höheren Komplexität, aber es ermöglicht uns gleichzeitig eine Multiplikation und Nähe zu den Entwicklungen am Markt, die wir alleine nicht erreichen könnten. Und somit hat sich dann natürlich auch der letztendliche Nutzer unserer Geräte stark gewandelt. Mittlerweile machen wir uns nicht vorrangig Gedanken um Durchschnittssportler und Fitnessorientierte, sondern um Menschen mit Herzinfarkten, Schlaganfällen, Hüftimplantaten und Knie-OPs, um mal nur einige Anwendungen anzusprechen.

THERA-BIZ: Wie erfolgte die Ausdehnung auf den internationalen Markt?

Stephanie Schmitt: Die ersten Auslandsvertretungen kamen über persönliche Kontakte zustande. Unsere ersten Geräte gingen in das benachbarte Europa und nicht gleich in die ganze Welt. Nach 2008 erwiesen sich Handelspartner als hilfreich, deren weltweite Vertretungen auch Interesse an unseren Produkten wachriefen. Wir denken aber, dass der wesentliche Punkt die langjährige Präsenz auf den Leitmessen FIBO und Medica ist.

THERA-BIZ: Wie ist das zu verstehen?

Stephanie Schmitt: Wir erleben es oft, dass wir mehrere Jahre hintereinander mit den gleichen Leuten reden und es dann auf der einen oder anderen Seite nicht richtig passen will. Es kommt durchaus vor, dass wir von einer möglichen Kooperation Abstand nehmen, selbst wenn wir im entsprechenden Land noch keinen aktiven Partner haben. Denn wir suchen Kooperationspartner, die bereit sind, sich langfristig zu engagieren, und die sich nicht nur für den Preis interessieren. Nur dann macht die viele Arbeit, die man am Anfang in eine solche Zusammenarbeit stecken muss, wirklich Sinn.

Ja und wie gesagt, da kann es sein, dass man über mehrere Jahre immer wieder umeinander herumschleicht und nichts passiert. Irgendwann ist ein Projekt da, das gerade unsere Geräte erfordert, und der Händler kommt auf uns zu. Oder er trifft jemanden, dem er vertraut und der bereits gute Erfahrungen mit uns machte und dann geht’s los.

Anders als im Fitnessbereich sind die Akteure im Physiotherapie- und Medizinbereich eher von überschaubarer Größe. Da spielt das Vertrauen in den Geschäftspartner und gegenseitige Fairness eine bedeutende Rolle. Wenn man lange am Markt ist und fair mit den Partnern umgeht, spricht sich das rum und letztendlich profitiert man davon. 

Gerade sind wir zum Beispiel dabei, eine Vertriebspartnerschaft in Israel aufzubauen. Viel wichtiger als die Marge oder das 13. Trainingsprogramm ist die wiederholte Zusicherung, dass wir in fünf Jahren noch da sein werden, dass es einen Ansprechpartner bei uns gibt, der sich kümmert und Antworten gibt. Dieser Kunde hatte zuvor mit einem Wettbewerber schlechte Erfahrungen gemacht. Denn just nach Markteinführung in Israel entschied er sich, bestimmte Produkte nicht mehr medizinisch zu zertifizieren. Vertrauen ist also eine wichtige Sache. Ähnliche Beispiele gibt es öfter.

THERA-BIZ: In welchen Ländern sind Sie international tätig? 

Stephanie Schmitt: Wir sind derzeit in weit über 20 Ländern mit Vertriebspartnern aktiv. Das geht von Südamerika über viele Länder in Europa, China und Südkorea bis hin nach Australien. Das ist sehr vielseitig und interessant. Für die Kunden ist es wichtig, dass wir Optionen bereitstellen, sodass sie wiederum ihren Kunden das genau passende Produkt anbieten können. Auch unser breites Spektrum an Cardiogeräten wird gern gesehen – von den etablierten Geräten „fehlt“ uns eigentlich nur das Ruderergometer. Der größte internationale Markt ist und bleibt jedoch Europa. Hier sind unsere Kontakte zu den näheren Nachbarn tendenziell enger als zu weiter entfernten.

THERA-BIZ: Welche Unterschiede prägen das internationale Geschäft im Vergleich zum deutschen Markt?

Stephanie Schmitt: Deutschland ist und bleibt unser wichtigster Markt. Abgesehen davon wollen wir weiter international wachsen. Im Vergleich dazu ist international viel Erklärungshilfe zu leisten, sowohl was die Produkte als auch das Prozedere anbelangt. Eine Gewinnerwartung darf man an die ersten Projekte nicht stellen. Das stellt sich erst ein, wenn sich einfachere Projekte anschließen. Im außereuropäischen Umfeld kommen viele Export-Handlingfragen hinzu. Fast alle Länder haben ihre eigenen Besonderheiten. Da bezahlt man schon mal Lehrgeld.

THERA-BIZ: Wie sieht die internationale Entwicklung derzeit aus, wenn man die unsicheren politischen Lagen berücksichtigt?

Stephanie Schmitt: Natürlich beobachten wir die politischen Turbulenzen in verschiedenen Ländern mit Sorge. Ein Beispiel: Unsere kompletten Geräteelektroniken kommen derzeit aus England. Da verfolgt man die Debatten im Unterhaus mit anderem Interesse, als wenn man nur über einen Shopping-Trip nach London nachdenkt. Trotzdem wollen wir die Internationalität stärken. Nicht mit Niederlassungen, sondern mit Partnerschaften. Ende letzten Jahres stellten wir eine neue Mitarbeiterin ein, die sich im operativen Bereich hauptsächlich um die ausländischen Kunden kümmern soll. Die kommende FIBO wird ihre Feuertaufe. Da werden diverse Gesichter zu gerade gelernten Namen kombiniert. Wir glauben, sie freut sich darauf!

THERA-BIZ: Was gibt es Neues auf der FIBO?

Stephanie Schmitt: Einen Schwerpunkt legen wir auf unsere Laufbänder. Seit vielen Jahren vertreiben wir Lamellenlaufbänder. Die Laufband-Welt ist bekanntlich in zwei Lager getrennt – Lamellen- und Gleitplattenlaufbänder, auch Schleif- oder Teppichlaufbänder genannt. Damit jeder sein ideales Gerät findet, stellen wir beide Laufbandtypen und dazu noch unser motorloses Laufband nebeneinander. Die Kunden sollen probieren und vergleichen können, was für ihre Anforderungen das Beste ist.

THERA-BIZ: Welche Ziele verfolgen Sie?

Stephanie Schmitt: Wir befinden uns auf einem sehr guten Weg. In den letzten 27 Jahren gab es kein Jahr, in dem wir rote Zahlen schrieben. Ohne Investor im Hintergrund wäre das kaum zu verkraften. Wir arbeiten immer nach vorne gewandt und haben viele Ideen für neue Produkte, die unseren Handelspartnern, aber auch den Physiotherapeuten einen Marktzugang ermöglichen. Damit wollen wir relevant bleiben. Wir müssen nicht auf Teufel komm raus expandieren. Wir wollen aus eigener Kraft kontinuierlich wachsen, um neuen Anforderungen – momentan im Bereich Zertifizierung und Digitalisierung – begegnen zu können. In den bestehenden Exportländern wollen wir bekannter werden und andere Länder von uns überzeugen. Wenn wir dann noch weiter in wissenschaftliche Projekte hineinwachsen können, wäre das ein echtes Bonbon. Denn zunehmend nehmen uns Forschungseinrichtungen wahr und wir dürfen bei bestimmten Fragestellungen an der Lösung mitarbeiten. Und zurück zum Familienunternehmen: emotion fitness ist für uns mehr als nur Arbeit. Wir möchten gerne „auf Lebenszeit“ so schöne Sachen machen dürfen wie momentan und uns in einer so freundlichen Branche mit netten Menschen bewegen dürfen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Reinhild Karasek.

 

 



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