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EMS-Implementierung für den Einsatz in der Therapie
„Das ist echt Pionierarbeit!“

EMS-Implementierung für den Einsatz in der Therapie

Manuel Möllmann leistet Pionierarbeit. Aus eigener Überzeugung und Erfahrung. All seine Kenntnisse über EMS-Trainingstherapie hat er in ein Konzept einfließen lassen. Was es beinhaltet, lesen Sie hier.

Manuel Möllmann ist Physiotherapeut mit einer eigenen Praxis in Dorsten, in Nordrhein-Westfalen, in einer Stadt am nördlichen Rand des Ruhrgebiets. Er ist seit 2011 Physiotherapeut und seit 2016 Praxisinhaber der „Handarbeit. Praxis für Physiotherapie.“ Der 38-Jährige verkündet auf seiner Website: „Ab sofort bieten wir als erste Physiotherapie- Praxis in ganz Deutschland die EMSTrainings therapie an.“ Hierfür nutzt er in seiner 150 Quadratmeter großen Praxis 20 Quadratmeter. Allein auf dieser Fläche absolvieren 20 bis 25 Patienten in der Woche das EMS Training. Die Nachfrage ist groß, doch derzeit liegt er damit an seiner Kapazitätsgrenze.

Praxisinhaber Möllmann betreibt die EMS-Trainingstherapie als ein physiotherapeutisch betreutes EMS-Training. Damit ist er ein Pionier in der Therapie-Branche. Doch seine Pionierarbeit erstreckt sich nicht nur auf das Angebot des speziellen Trainingstools in der Therapie, sondern auch auf die Methodenent wicklung. Er schrieb für den EMSGerätehersteller Xbody Germany ein Konzept zur Nutzung und Abrechnung der EMS-Trainingstherapie in der Physiotherapie- Praxis. THERA-BIZ unterhielt sich mit Manuel Möllmann auf der FIBO 2019.

THERA-BIZ: Wie sind Sie auf das EMSTraining aufmerksam geworden?

Manuel Möllmann: Durch Dominic Beßler, Prokurist und Vertriebsleiter von XBody Training Germany. Ich kenne ihn seit meiner Jugend, wir kommen beide aus Dorsten. Er kam auf mich zu und fragte mich, ob ich schon einmal EMS gemacht hätte, ob es vielleicht etwas für meine Praxis wäre. Ich probierte es aus und war sofort begeistert. Ich absolvierte mehrere Trainingseinheiten und Herr Beßler stellte mir ein Gerät in die Praxis mit den Worten: „Teste, ob das was für dich und grundsätzlich etwas für Physiotherapeuten ist. Denn der Markt ist bisher noch gar nicht erschlossen.“ Es gab zwar vereinzelt Physiotherapeuten, die ein Gerät besitzen. Doch sie mussten das komplett als Selbstzahlerleistung anbieten, weil es bisher kein Gerät gab, das eine medizinische Zulassung in Deutschland hatte. Dementsprechend konnte es nicht als therapeutische Leistung eingesetzt werden.

THERA-BIZ: Was hat das Selbstausprobieren bewirkt?

Manuel Möllmann: Nach dem Training war ich tierisch platt. Am ersten Tag danach ging‘s mir noch gut, aber zwei Tage später hatte ich einen Muskelkater, dass ich wirklich kaum laufen konnte! (Er lacht). Das hat mich natürlich neugierig gemacht: Wie kann so etwas in 20 Minuten passieren? Aus diesem Grund beschäftigte ich mich dann ganz viel mit EMS, mit der Muskelphysiologie, mit den Impulsen, mit den Frequenzen und so weiter. Und dann sagte ich mir: So ein Gerät muss ich in der Praxis haben – damals noch ohne medizinische Zulassung. Als die circa sechs Monate später kam, fragte Dominic Beßler mich, wie das in der Physiotherapie einzusetzen wäre, denn bisher hatten sie nur den Fitnessmarkt bedient. Daraufhin entwickelte ich das Konzept zur Nutzung und zur Abrechnung der EMS-Trainingstherapie in der Physiotherapie. Der Vertrieb startete dann letztes Jahr zur FIBO 2018.

THERA-BIZ: Und wie sieht das Konzept aus?

Manuel Möllmann: Geräte ohne medizinische Zulassung dürfen gar nicht in Räumen untergebracht und installiert sein, in denen gesetzlich Versicherte behandelt werden. Das und einige andere sind Regularien der Heilmittelrichtlinien, an die wir Therapeuten uns halten müssen, insofern wir Gesetzlichversicherte behandeln. Das Konzept macht es nun möglich, in Verbindung mit der medizinischen Zulassung, dieses Gerät in der Physiotherapie- Praxis zu installieren und es dann auch in einer gewissen Art und Weise abzurechnen.

THERA-BIZ: Können Sie das noch etwas deutlicher ausführen?

Manuel Möllmann: Bei Gesetzlichversicherten ist die Abrechnung über den Kostenträger noch nicht zulässig, weil die Heilmittelrichtlinien EMS noch nicht aufgenommen haben. Aber im Bereich der privat versicherten Patienten ist es – abhängig von der Versicherungsgesellschaft – möglich, das im Einzelfall über ein Physiotherapierepzept abzurechnen. Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten, unter jeweils verschiedenen Voraussetzungen. Das alles ist Bestandteil meines Konzepts. Zusätzlich ist es möglich, dass Heilpraktiker die EMS-Trainingstherapie anbieten, also auch der sektorale Heilpraktiker. Dann kann er es nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker abrechnen.

THERA-BIZ: Wie haben Physiotherapeuten auf Ihr Konzept reagiert?

Manuel Möllmann: Erst einmal mit großer Skepsis. Es ist immer noch Pionierarbeit. XBody war der erste EMS-Hersteller mit einer Medizinproduktezulassung. Physiotherapeuten sind neuen Behandlungsmethoden gegenüber skeptisch und eher verschlossen – das ist echt Pionierarbeit. Es gibt Praxen, die offen sind, die ähnlich denken wie ich, die natürlich auch den wirtschaftlichen Aspekt verstehen. Der ist ganz, ganz wichtig. Denn letztendlich müssen wir unseren Lebensunterhalt damit verdienen. Und mit diesem Training können wir einen absolut zufriedenstellenden Stundenumsatz generieren.

THERA-BIZ: Wie hoch liegt der?

Manuel Möllmann: Das ist sehr unterschiedlich, je nach Abrechnungsform. Beispiel: Wenn wir einen gesetzlich Versicherten für umgerechnet 60 Euro pro Stunde behandeln, dann können wir mit EMS-Training locker 100 Euro und mehr erreichen. Aber jede Praxis kann bei den Privatversicherten die Preise selbst festlegen, weshalb das schwer pauschal zu sagen ist. Wichtig ist, dass sich die Physiotherapeuten vor Augen führen, dass sie eine ganz tolle therapeutische Leistung mit EMS-Training bieten, die auch entsprechend leistungsgerecht vergütet werden kann.

THERA-BIZ: Welche Bedenken äußern Therapeuten?

Manuel Möllmann: Es ist etwas Neues, das sie nicht kennen. Wir haben in der Physiotherapie zum Teil sehr veraltete Methoden, beispielsweise Fango und andere Methoden aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Aktuell sind alle manuellen Therapien wissenschaftlich auf dem Prüfstand. Tatsächlich muss sich die Physiotherapie in den nächsten Jahren erneuern! Als Erstes fragen Therapeuten nach therapeutischen Erfolgen, der wirtschaftliche Aspekt kommt erst später. Ich erzähle dann immer von meinen eigenen, ganz tollen Erlebnissen in meiner Praxis. Ein Beispiel: Ein junger Mann, Anfang 30, nach Wirbelsäulen- OP, Bandscheiben vorfall, Spinalkanalstenose. Vom Operateur aus darf der Patient eigentlich drei Monate nach OP keinen Sport treiben. Zur Rumpfkräftigung machten wir sehr viele passive bzw. statische Übungen. 14 Tage nach OP, nachdem die Fäden gezogen waren, steckte ich ihn in den EMS-Anzug. Wir mobilisierten ganz leicht unter einer äußerst geringen Intensität, fein dosiert. Und das steigerten wir dann von Woche zu Woche. Der junge Mann war nach drei Monaten annähernd fit. Der Orthopäde war sehr überrascht und rief auch in der Praxis an. Leider kam es zu keinem weiteren Kontakt. Aber dafür gibt es andere Ärzte, die mittlerweile ein sehr großes Interesse daran zeigen. Nicht nur Orthopäden überweisen uns viele Patienten, sondern auch Onkologen und Urologen, denn für das Beckenbodentraining ist die EMS-Trainingstherapie beispielsweise ein sehr tolles Tool. 

Vorteilhaft ist es auch bei Arthrosepatienten, die unter Umständen in den Gelenken nur noch eingeschränkt beweglich sind und vielleicht gar nicht mehr einen Beinstrecker oder Beinbeuger nutzen können. Im möglichen Bewegungsrahmen können wir mit dem EMS-Training trotzdem die Muskulatur aktivieren und Übungen dazu machen. Die Elektroden bringen die dafür nötigen Impulse auf die Muskulatur. Das ist grandios! Das kräftigt die Muskulatur und gibt den Patienten ganz viel Stabilität.

Und dann kommt irgendwann der wirtschaftliche Aspekt. Physiotherapeuten wollen helfen, vergessen aber dabei oft, Geld zu verdienen. In dieser Hinsicht können wir die Physiotherapeuten auch unterstützen und ihnen das schmackhaft machen.

THERA-BIZ: Und wie?

Manuel Möllmann: Der Großteil von uns Physiotherapeuten sind keine Verkäufer. Dadurch dass das EMS-Training jetzt auf einem Rezept verordnet werden kann, muss der Therapeut diese Leistung auch nicht mehr verkaufen, sondern sagt dem Patienten, er könne sich dieses Training verschreiben lassen. Nächster Punkt ist, wenn man das Gerät least, hat man theoretisch mit zwei bis drei Patienten pro Monat, also mit acht Behandlungen schon einmal die Leasingrate gedeckt. Natürlich sind weder die Raumkosten noch das Personal in dieser Rechnung inbegriffen. Aber: Das Gerät ist mit sieben bis acht Behandlungen bezahlt. Und dabei bleibt es ja in der Regel nicht.

Dann ist damit der Privatanteil der Praxis deutlich zu steigern. Und das in echt kurzer Zeit! Ich würde sagen 70 – 80 Prozent meiner Privatversicherten, bei denen eine Indikation für dieses Training vorliegt, geht auch ins EMS-Training. Sie kommen in der Regel mit einer Verordnung für manuelle Therapie, Massage oder Krankengymnastik in meine Praxis. Wir befunden zuerst und behandeln dann passiv auf der Bank, um eventuelle Beschwerden zu lindern und Schmerzen zu nehmen. Aber bereits im nächsten Schritt kommt die Aktivität. Mit EMS-Training bieten wir eine innovative Möglichkeit, den Patienten trainingstechnisch zu helfen. 

Wir takten die Termine in 30 Minuten, da jeweils 5 Minuten für die Vor- und Nachbereitung wie Umziehen und Nassmachen des Anzugs berücksichtigt werden. Die reine Trainingsdauer beläuft sich auf 20 Minuten.

THERA-BIZ: Was überzeugt die Patienten, ins EMS-Training zu gehen?

Manuel Möllmann: Wir versuchen ganz grundsätzlich, unsere Patienten zur Aktivität zu animieren. Nicht bei jedem gelingt das. Aber unser Bestreben, unser Glaube ist es, dass nur durch langfristige Aktivität die Beschwerden auch dauerhaft zu lindern und zu verhindern sind. Unser heutiger Alltag belastet uns sehr einseitig, egal, was wir machen. Meine Patienten fragen mich immer, was sie denn langfristig machen könnten. Dann sage ich: Höre auf zu arbeiten, suche dir ein vielseitiges Hobby. Dann schmunzeln sie kurz und sagen: Kann ich nicht. Aber mal ehrlich: Nur Aktivität und Abwechslung wirken nachhaltig vorbeugend. Wichtig sind viel Bewegung und Kräftigung der Muskulatur, genauer gesagt der Rumpfmuskulatur und der wirbelsäulennahen Struktur auch in der Peripherie. Und das erreichen sie mit der EMS-Trainingstherapie. 

THERA-BIZ: Wie geht’s bei Ihnen langfristig weiter?

Manuel Möllmann: Wir entwickeln das Konzept fort, bringen es nach vorne und optimieren es laufend. Wir sind immer noch die Einzigen, die ein derartiges Konzept anbieten, und leisten damit Pionierarbeit. Wir haben Behandlungserfolge und erhalten auch die Rückmeldungen, dass es wirtschaftlich funktioniert. Bisher ist keiner dabei, der es zurückgeben möchte. (Er lacht wieder.)

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Reinhild Karasek.



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