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Therapeut und Trainer
So funktioniert interdisziplinäres Arbeiten wirklich

Therapeut und Trainer

Für Physiotherapeuten ist die Kooperation mit anderen Experten aus den Bereichen Sport, Gesundheit und Therapie eine hervorragende Möglichkeit, das eigene Leistungsspektrum zu erweitern

Das Thema Personal Training eröffnet hier besonders gute Chancen für zusätzliche Einnahmen durch hochwertige Zusatzangebote. Denn durch ihr Spezialwissen in Anatomie und Therapie sind Physiotherapeuten perfekte Ansprechpartner für Trainer, Coaches und Studios, die sich bereits auf diesen Bereich spezialisiert haben.

Das Beispiel des R1 Sportsclubs in München zeigt, wie eine solch interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Praxis gelingt. Sabine Mack sprach mit dem Leiter der Abteilung Physiotherapie, Korbinian Klebensberger, und Philipp Herder, Studioleiter im R1 Sportsclub, Starnberg.

Korbinian, kannst du uns erläutern, welche Rolle das Thema Physiotherapie bei euch spielt?

Korbinian: Als ich 2012 bei R1 einstieg, war klar, dass ich neben meinem Know-how als Sportwissenschaftler auch meine Erfahrung als Physiotherapeut in das Unternehmen mit einbringen würde. Dazu gehörte der Aufbau einer eigenen physiotherapeutischen Abteilung, die ich auch selbst leite. Außer mir arbeiten heute drei weitere Physiotherapeuten für R1.

Viele unserer Kunden wollen ihre Fitness- und Leistungsfähigkeit verbessern, gezielt Muskulatur aufbauen oder Gewicht reduzieren. Die Grundlage jedes Trainings bei uns ist daher ein umfangreiches Screening, bei dem wir oft starke Einschränkungen bei Stabilität oder vor allem auch Mobilität feststellen. Würde nun einfach mit einem intensiven Training begonnen werden, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Kunde verletzt, sehr hoch.

Daher ist zunächst ein korrigierendes bzw. therapeutisches Vorgehen angebracht. Bei offensichtlichen Einschränkungen starten wir also von Beginn an mit einem begleitenden therapeutischen Angebot. Manchmal ergeben sich auch im Rahmen der längeren Trainingsbetreuung Problemstellungen, die in der direkten Zusammenarbeit mit den Kollegen aus dem therapeutischen Bereich schneller und effektiver gelöst werden können.

Philipp, du bist Studioleiter des R1 Sportsclubs in Starnberg und bei R1 auch selbst als Personal Trainer im Einsatz. Wie stufst du die Bedeutung dieser Zusammenarbeit zwischen Trainer und Therapeut ein?

Philipp: Wir arbeiten im R1 Sportsclub fast täglich in dieser Konstellation zusammen und das mit großem Erfolg. Da Physiotherapeuten genauso wie auch unsere Trainer Zugriff auf alle im Rahmen des Screenings erhobenen Daten haben und alle Einheiten protokolliert werden, weiß auch jeder, wo der Kunde aktuell steht und wie die nächste Einheit sinnvoll und zielgerichtet aufgebaut werden kann. Dies führt zu Transparenz gegenüber dem Kunden und garantiert nachhaltige Fortschritte.

Welche Kunden/Patienten profitieren von einem interdisziplinären Team?

Korbinian: Ob Bürokraft, Manager, Führungkraft oder Mutter: Fast jeder hat heute Einschränkungen am Bewegungsapparat, die er nicht mehr selbst beseitigen kann. Auch für Spitzensportler, die oft während ihrer Karriere über das Leistungsniveau ihres Körpers hinausgehen, sind begleitende Behandlungen eines Physiotherapeuten enorm wichtig, aber auch das spezielle Knowhow des Trainers. Das Alter reicht vom Kind/Jugendlichen bis hin zum hohen Rentenalter. Wie heißt es immer so schön: „move or die“. Trainer und Therapeut verhelfen hier – im Team – zu mehr und besserer Bewegung. Vor diesem Hintergrund findet bei R1 die Physiotherapie oft direkt vor dem Training statt. So spart sich der Kunde Zeit und der Trainer kann direkt mit einem frisch mobilisierten und/oder stabilisierten Kunden ins Personal Training starten.

Wie interessant ist das Thema Personal Training für einen Therapeuten?

Korbinian: Personal Training ist für jeden Physiotherapeuten interessant, der gesunde und funktionelle Bewegung als Teil der Therapie sieht. Meiner Erfahrung nach kommt das funktionelle Training allerdings in der eigentlichen Ausbildung eines Physiotherapeuten zu kurz. Wenn sich der Therapeut nicht speziell weiterbilden will, ist er auf kompetente Trainer, die sich intensiv mit der Materie des funktionellen Trainings auseinandergesetzt haben, angewiesen.

Was sind die Stärken eines Therapeuten in einem solchen interdisziplinären Team?

Philipp: Therapeuten haben in den meisten Fällen ein deutlich tiefer gehendes Verständnis für den Körper sowie das Zusammenspiel der einzelnen Strukturen, aber auch deren Heilungsmechanismen. Vor allem bei Traumata, aber auch bei Schäden durch Verschleiß oder Haltungsproblemen, wie beispielsweise Bandscheibenvorfällen, ist es daher für einen professionellen Trainer immanent wichtig, einen Therapeuten zur Seite zu haben.

Lohnt sich eine solche Kooperation für Therapeuten aus finanzieller Sicht?

Korbinian: Kunden, die sich einen Personal Trainier leisten, sind oft Menschen, die vor Privatleistungen nicht zurückschrecken. Aber auch Besucher von Clubs sind in der Regel so gesundheitsbewusst, dass sie bereit sind, für ihre Gesundheit selbst zu bezahlen.

Während sich der Satz der gesetzlichen Krankenkasse für 15 bis 25 Minuten bei ca. 16 bis 19 Euro einpendelt – im Mittel sind das ca. 52,50 Euro pro Stunde –, werden für ein Personal Training durchaus 80 bis 130 Euro gezahlt. Bietet ein Therapeut beispielsweise seine Behandlung als Privatleistung an, sind Preise je nach Tätigkeitsgebiet, ob in einer ländlichen Gegend oder in einem Ballungsraum zwischen 80 und 100 Euro für 60 Minuten Behandlung oder Personal Training möglich.

Die Praxis zeigt: Auch immer mehr Kassenpatienten sind bereit, Leistungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet werden, als Privatleistung zu zahlen – wenn die Qualität stimmt. Und auch, wenn die Behandlung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckt ist, hat man einen weiteren Empfehler oder einen neuen Kunden für ein Personal Training gewonnen.

Was ist wichtig, wenn ein Therapeut mit einem Sportclub zusammenarbeiten möchte?

Korbinian: Vor allem die Philosophie sollte stimmen, damit alle am gleichen Strang ziehen. Jeder muss von dem, was der andere macht, überzeugt sein. Besonders wichtig für den Therapeuten sind in diesem Zusammenhang Authentizität und Sportbegeisterung. Sonst fühlen sich Kunden aus dem Sportbereich nicht gut aufgehoben. Weiter ist ein tiefes Verständnis von Biomechanik und Bewegung wichtig. Ich muss als Therapeut verstehen, was bei den verschiedensten Bewegungen im Körper vorgeht und wo ich vor allem mobilisierend oder stabilisierend wirken muss.

Philipp: Therapeuten, die diesen Weg einschlagen möchten, sollten vor allem eines sein: offen für Neues. Es gilt, auch einmal über den Tellerrand hinauszuschauen und wissensdurstig zu bleiben. Dabei ist es wichtig, Dinge auch einmal zu hinterfragen und selbst auszuprobieren, um eigene Erfahrung zu sammeln. Denn es geht darum, gemeinsam neue Wege zu gehen.

Was macht einen Personal Trainer für einen Therapeuten als Teampartner interessant?

Philipp: Die Trainingswelt spielt ihre Stärken sicherlich in dem Moment aus, wo es in die Bewegung und die Etablierung und Festigung von neuen Bewegungsmustern geht. Das Einschleifen alltagstauglicher Bewegungsmuster und die gezielte Erarbeitung von Leistung, in Abhängigkeit der Kundenziele, sind zwei Aspekte, die in der Therapie nicht zwangsläufig im Fokus stehen.

Macht es für Therapeuten Sinn, dafür bestimmte Schulungen/Weiterbildungen zu absolvieren?

Korbinian: Definitiv. Ich würde jedem Physiotherapeuten eine Ausbildung im Bereich der Faszientherapie, der Manuellen Therapie und im funktionellen Training empfehlen. Bei Ausbildungen im Bereich funktionelles Training würde ich Systemausbildungen reinen Produktausbildungen vorziehen, damit man unabhängig von bestimmten Angeboten und Produkten bleibt. Generell würde ich mir Dozenten suchen, die alle Inhalte, die vermittelt werden, auch im täglichen Arbeiten umsetzen.

Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit anderen für die eigene Weiterentwicklung?

Korbinian: Für mich greift hier ganz klar der „Circle of Genius“-Gedanke: Umgebe dich mit Leuten, die dir guttun und dich weiterbringen. Somit ist eine Kooperation mit anderen Experten unumgänglich. Denn man kann selbst nicht immer alles wissen.

Philipp: Das kann ich nur unterstützen. Ich sehe es als unerlässlich an, sich ständig weiterzuentwickeln. Die Gesundheits- und Fitnesswelt kann letztlich nur davon profitieren, wenn sich Menschen, die sich der Gesundheit verschrieben haben, zusammentun und nach neuen Ansätzen und Lösungen suchen und diese auch miteinander teilen.

Warum tun sich viele immer noch schwer mit einer derartigen interdisziplinären Zusammenarbeit?

Philipp: Interdisziplinäre Teams sind, wie in vielen Bereichen der Wirtschaft, sicherlich auch im Gesundheits- und Fitnessbereich, auf dem Vormarsch. Das Wissen mehrerer Berufsstände zu vereinen, um dem Kunden/Patienten eine ganzheitliche Lösung zu bieten, ist in jedem Fall sinnvoll, qualitativ allerdings nicht unbedingt einfach umzusetzen. Insbesondere in der Fitnesswelt gibt es viele „Lonely-Wolf- Trainer“, die sich aus Ego-Gründen nicht in ein System eingliedern, sondern stattdessen lieber ihre persönliche „Marke“ voranbringen möchten. Daher gibt es noch einigen Nachholbedarf.

Korbinian: Die vielen Einzelkämpfer auf dem Gesundheitsmarkt sind heute nicht mehr zeitgemäß. Wenn ich immer nur alleine arbeite, findet kein Austausch, keine Weiterentwicklung mehr statt. Und wie schon erwähnt, ist niemand allwissend. Daher schätze ich vielmehr ein Ergänzen und Netzwerken statt eines falsch verstandenen Konkurrenzdenkens. Außerdem setzt sich Qualität immer durch, weswegen potenzielle Konkurrenz für einen Dienstleister eher motivierend als beängstigend sein sollte.

Ich danke für das Gespräch und wünsche weiterhin viel Erfolg.



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