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PKV-Versicherte lohnen sich?
Ein Blick hinter die Zahlen

PKV-Versicherte lohnen sich? © ginton / Fotolia.com

Eine Veröffentlichung des WIP, des wissenschaftlichen Instituts der PKV, legt es zutage: Eine Heilmittelpraxis profitiert von den Privatpatienten durchschnittlich in Höhe von 14.300 Euro jährlich

Das bedeutet eine Steigerung von 1.000 Euro pro Jahr im Vergleich zu 2013, so belegt die Kurzanalyse der WIP vom April 2016 mit Daten aus dem Jahr 2014.

Die Gründe liegen laut WIP in den folgenden Unterschieden der PKV gegenüber der GKV: „Leistungsausschlüsse und -einschränkungen, Richtgrößen sowie die Möglichkeit eines Regresses führen in der GKV zur Rationierung der Heilmittelversorgung und drücken damit die Ausgaben“, so Verena Finkenstädt in ihrer Kurzanalyse.

Die Vorteile der PKV sieht die Autorin in diesen Punkten:

Behandlung und Verordnungspraxis unterliegen keiner Wirtschaftlichkeitsprüfung Heilmittelversorung erfolgt nicht nach „Regelfall”, weshalb der Arzt Therapiefreiheit genießt Vergütung nicht nach Vertragsvereinbarung zwischen Kostenträger und Leistungserbringern, freie Preisverhandlungen aufseiten der Leistungserbringer

Die Kurzanalyse stellt dar, dass insgesamt bei einem Pro-Kopf-Vergleich die Heilmittelausgaben pro Versicherten in der PKV über den GKV-Werten liegen. Im Fazit begründet das die Autorin mit einer umfangreicheren und individuelleren Versorgung.

Das ist auch unter Physiotherapeuten unbestritten. Sie können die Behandlungszeit und die Vergütung ganz anders handhaben. Da es für die Therapie von Privatversicherten keine Gebührenordnung gibt, kann der Behandler sein Honorar selbst festlegen.

Das hört sich erst einmal gut an. Doch Vorsicht: Mittlerweile gehen Versicherungen dazu über, wie die Süddeutsche Zeitung dann im Sommer dieses Jahres mehrfach berichtete, unabhängige Gutachten zu erstellen, um einen „ortsüblichen“ Betrag zu ermitteln. Alles, was darüber liegt, wird dann gegebenenfalls von der Versicherung nicht mehr bezahlt, das heißt, der Versicherte bleibt auf den Kosten sitzen. Der Grund liegt wohl seitens der Versicherer darin, die Kosten zu dämpfen, um die Beiträge nicht ins Unermessliche steigen lassen zu müssen. Denn die nächsten Beitragssteigerungen für die Versicherten zum Jahresbeginn 2017 sind schon angekündigt worden.

Ob Gutachen, ob ortsübliche Beträge, ob eingehende Rechnungsprüfung oder Beitragssteigerung – all das kann von Versicherung zu Versicherung, von Tarif zu Tarif, aber auch von Ort zu Ort variieren.

Auch sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass die Studie von einem Institut durchgeführt und veröffentlicht wurde, das 2005 vom Verband der privaten Krankenversicherung e.V. selbst gegründet wurde, der PKV also sehr nahe steht. So liest sich das Ergebnis der Kurzanalyse einerseits positiv für das Leistungsspektrum der Privatversicherer für Versicherungsnehmer, andererseits aber auch für die Heilmittelerbringer hinsichtlich ihrer Einkommenssituation.

Viele Physiotherapie-Praxen bestätigen das: ohne die Einnahmen der PKV-Versicherten könnten sie nicht überleben, auch wenn die Privatversicherten nur den geringeren Anteil der Praxiseinnahmen ausmachen. So gesehen ist es gut zu verstehen, dass viele Therapeuten den Schritt wagen, eine Privatpraxis zu eröffnen. Sie können sich dem Patienten und seiner Indikation individueller zuwenden, sich mehr Zeit nehmen und zudem noch mehr Honorar dafür berechnen.

In eine Diskussion zwischen Patient und Versicherung hinsichtlich einer Kostenübernahme in voller Höhe sollten Sie sich als Physiotherapeut jedoch nicht einbinden lassen. Um diesem vorzubeugen, empfiehlt es sich, vor der Behandlung mit dem Patienten einen Behandlungsvertrag abzuschließen, den dieser auch der Versicherung im Vorfeld vorlegen kann. So ist dann abgeklärt, welche Kosten der Behandelte gegebenfalls selbst bezahlen muss. Und wenn Sie eine reine Privatpraxis eröffnen, dann berücksichtigen Sie bitte die folgenden Faktoren:

wo liegt Ihre Praxis welche Klientel erreichen Sie mit diesem Standort

Denn bedenken Sie, dass eine Privatpraxis grob gesehen die folgenden Zielgruppen anspricht: die Jüngeren, die Selbstständigen, die Wohlsituierten, die Beamten. Hingegen werden Sie weniger Senioren und (Groß-)Familien in Ihrer Praxis begrüßen.

Laut GKV Spitzenverband in der Broschüre „Kennzahlen der gesetzlichen Krankenversicherung“ waren jedoch im Untersuchungszeitraum der WIP-Analyse, also im Jahr 2014, keine sechs Prozent der Bevölkerung in Deutschland privat vollversichert, Beihilfeempfänger lagen bei fünf Prozent. Und die Zahlen sind rückläufig! Ein Vergleich der Grafiken für das Jahr 2014 und 2015 spiegeln diese Aussage wider, nach denen die Anzahl der PKV-Vollversicherten in diesem Zeitraum um 6 Millionen Versicherte zurückging.

Scheint sich damit das Potenzial einer Physiotherapie-Praxis, relevante Einkünfte von den Privaten zu generieren, also trotz der aktuell dokumentierten Einnahmensteigerung auf lange Sicht hin zu verschlechtern? Es bleibt abzuwarten!

Reinhild Karasek

Die Kurzanalyse der WIP lesen Sie hier.



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