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Integration im Behandlungsraum
Umgang mit kulturellen Unterschieden

Integration im Behandlungsraum© Markus Mielek/BIG direkt

Wie gehe ich mit Migranten als Patienten um? Tipps und Erfahrungen im Hinblick auf kulturelle Differenzen wie Kopftuch, Sprache und Körperkontakt

Hatice M. hat nach ihrer Knieoperation erhebliche Beschwerden beim Laufen und muss dringend die vom Arzt verschriebene Behandlung beim Physiotherapeuten in Anspruch nehmen. Obwohl sie bereits länger in Deutschland lebt, kann sie kaum Deutsch sprechen. Vor allem aber hat sie Angst vor einem männlichen behandelnden Therapeuten. Deshalb traute sie sich bis jetzt nicht, einen Termin in der Praxis auszumachen. Denn mit ihrem Glauben kann die Muslimin kaum vereinbaren, ihr Kopftuch abzusetzen und allein mit einem fremden Mann in einem Raum eine so intime Situation zu erleben.

Doch als ihre Schmerzen schon bei kleinen Bewegungen immer größer werden, entschließt sie sich, ihren Sohn einfach mitzunehmen. Hauptsächlich im Erstgespräch wird er ihr helfen, allgemeine Fragen rund um ihren medizinischen Zustand zu beantworten. „Dolmetscher sind wichtig, um die physiotherapeutische Diagnostik richtig durchführen zu können“, weiß Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende beim Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten, IFK e.V. Während der Behandlung jedoch schätze sie den direkten Kontakt zum Patienten, ohne dass eine Person dazwischen geschalten werde.

Nonverbale Kommunikation und viel Fingerspitzengefühl sind hierbei gefragt. Wie sich ein Patient in der Therapie fühlt und ob er Schmerz empfindet, erkennt sie vor allem an Mimik und Gestik. Je nach kultureller Prägung reagieren Menschen sehr verschieden auf Schmerzen. Südländer beispielsweise drücken ihre Emotionen schneller und deutlicher aus als andere. Es ist deshalb schwerer zu verstehen, wie die jeweilige Person die Behandlung tatsächlich aufnimmt. Als Physiotherapeutin jedoch ist Ute Repschläger darauf spezialisiert, mit den Fingern zu fühlen und sieht eine Therapie ohne Sprache als eine spannende Herausforderung.

Tipps im Umgang

Die Anzahl solcher Behandlungen ist in jeder Region, schon in jedem Stadtteil unterschiedlich. In der Praxis von Ute Repschläger, in Witten in der Nähe von Bochum, hat zum Beispiel jeder der zehn Therapeuten rund zwei bis drei Patienten mit Sprachproblemen oder kulturellen Differenzen.

Daher hat sich die Fachlehrerin für Manuelle Therapie für einige Maßnahmen entschieden, um ihnen die Behandlung so angenehm wie möglich zu gestalten. So können die Patienten bereits am Telefon das Geschlecht ihres Therapeuten erfragen. Wichtige Formulare und Verordnungen sind in verschiedene Sprachen übersetzt sowie die Informationskärtchen gegen Gewalt an Frauen, die auf den Damentoiletten ausliegen. Generell finden die Therapien sehr diskret statt, sodass Frauen ihr Kopftuch beruhigt ausziehen können und sich dadurch entspannen. „Nicht nur Muslime schätzen die diskreten Standards. Auch deutsche Frauen mit westlicher Erziehung neigen dazu, sich bei Behandlungen mit weniger Bekleidung unwohl zu fühlen“, verrät Repschläger.

Ihr Tipp im Umgang mit Patienten ist es deshalb, sich bei jedem gleich vorsichtig heranzutasten und somit die individuellen Grenzen kennenzulernen. Es helfe zudem, Patienten nur die wirklich nötigen Stellen entblößen zu lassen und ein schnelles Sich-wieder- Anziehen zu ermöglichen. In der Behandlung sehe sie nur den Patienten hinter der Kleidung, den ganz normalen Menschen also.



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