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Aus der Praxis für die Praxis
Interdisziplinäre Kooperation – Warum gerade Lauf-Sportler von der fachlichen...

Aus der Praxis für die Praxis

Die Arbeitskollegin läuft morgens vor der Arbeit eine Runde um den Block, der Nachbar bereitet sich auf einen Halbmarathon vor und „Profiläufer“ wie Usain Bolt begeistern die Massen. Kein Wunder, dass Laufsportarten so viele Menschen bewegen: Die gesundheitlichen Vorteile von Ausdauersport sind vielseitig – angefangen bei einer Verbesserung der Herz-Kreislauf-Leistung über die Stärkung des Immunsystems bis hin zu einer positiven Wirkung auf die Stimmung, was sich besonders bei Stress hilfreich auswirkt. Gleichzeitig kann quasi jeder jederzeit mit dem Laufen beginnen und nahezu überall gibt es Möglichkeiten, dies zu tun.

Doch ganz so simpel ist es nicht, denn „einfach Laufen“ will gelernt sein und trainiert werden. Die meisten Freizeit- und Breitensportler, die sich dem Laufsport verschreiben, kommen daher früher oder später an den Punkt, an dem sie die Unterstützung eines professionellen Trainers bzw. Therapeuten suchen.

Wie man diese Zielgruppe optimal betreut und in das eigene Leistungsportfolio integriert, zeigt das folgende Interview von Sabine Mack mit Korbinian Klebensberger vom R1 Sportsclub in München und Philipp Heider vom R1 Sportsclub in Starnberg.

Sabine Mack: Korbinian, was ist aus deiner Sicht als Physiotherapeut und Bereichsleiter für Physiotherapie im R1 Sportsclub in München das Besondere in der Therapie eines ehrgeizigen Läufers?

Korbinian: Beim ambitionierten Läufer werden an Mobilität und Stabilität der verschiedenen Gelenke hohe Ansprüche gestellt. Gerade die Mobilität im oberen Sprunggelenk – in der dorsalen Extension – sowie bei der Extension der Hüfte muss gegeben sein. So können durch die Laufbelastung auftretenden Kräfte gut weitergeleitet und abgefedert werden. Auch die Stabilität im unteren Sprunggelenk, der Hüfte bei Abduktion von proximal sowie der Wirbelsäule, genannt Core, sind wichtig. Die notwendige Stabilität im Kniegelenk ergibt sich in der Regel aus dem funktionellen Zusammenspiel von Hüfte und Fuß. Fehlt jedoch die Stabilität in einem dieser Bereiche, kollabiert das System und erhöhter Verschleiß ist die Folge – oft in einem Gelenk oberhalb oder unterhalb des eingeschränkten Bereichs. Als Therapeut muss ich bei einem solchen Patienten gezielt evaluieren, ob vermehrt an der Mobilität oder Stabilität gearbeitet werden sollte. Der Functional Movement Screen, kurz FMS genannt, sowie verschiedene andere aktive und passive Tests helfen, eine individuell optimale Strategie festzulegen.

Philipp, du betreust im R1 Club in Starnberg ganz unterschiedliche Zielgruppen. Gibt es auch aus Trainersicht Besonderheiten, wenn es um die Arbeit mit Läufern geht?

Philipp: Wie Korbinian bereits erwähnt hat, bedarf es bei Kunden, die regelmäßig laufen, der gezielten Arbeit an der Struktur, um sie faszial geschmeidig zu erhalten, sowie an der Stabilität des Bewegungsapparates. Des Weiteren ist eine auf das Laufpensum abgestimmte Ernährungsplanung hilfreich, um einerseits die Energiebereitstellung zu gewährleisten und andererseits Entzündungen entgegenzuwirken. Insbesondere bei lang anhaltenden Belastungen, wie bei einem Marathon, ist die mentale Stärke der absolut entscheidende Faktor. Eine derartige Leistung lässt sich nur vollbringen, wenn Fokus und Willenskraft zusammenkommen. In diesem Bereich bieten wir unseren Kunden spezielle Coachings an, in denen wir die Ziele gemeinsam mit ihnen erarbeiten.

Was sind typische Aufgabenstellungen, die es bei solchen Patienten respektive Kunden zu berücksichtigen gilt?

Korbinian: Die Problemstellungen decken annähernd das gesamte Spektrum der orthopädischen Physiotherapie ab. Von akuten Überlastungsdiagnosen wie Entzündungen der Plantarfaszie oder der Achillessehne über Schleimbeutelentzündungen im Bereich der Hüfte bis hin zum „Runners Knee“ oder chronischen Rückenschmerzen. Es kommt fast alles vor.

Philipp: Insbesondere bei denjenigen, die sich auf einen Wettbewerb vorbereiten, kann es passieren, dass sie zu schnell zu viel wollen und somit zum Zeitpunkt des Wettkampfes schon über ihr aktuelles Leistungsoptimum hinaus sind, was Überlastungserscheinungen bis hin zu Verletzungen mit sich bringen kann. Das gilt es, durch gezieltes Coaching, zu vermeiden.

Gibt es Unterschiede bei der Therapie von Freizeitläufern und Sportlern in der Vorbereitung auf einen Wettbewerb? Was ist die größere Herausforderung?

Korbinian: Ich sehe hier nur Abweichungen in der Behandlungsfrequenz und -intensität. Da ich es mit derselben „Maschine Mensch“ zu tun habe, stellt sich mir immer nur die Frage, wie viel Leistung der Motor hat. Je stärker der Antrieb, desto besser müssen die Komponenten aufeinander abgestimmt sein. Sprich je ambitionierter ein Läufer ist, umso höher sind die Anforderungen an seine Mobilität und Stabilität. Für mich persönlich ist es irrelevant, ob der Patient „nur“ Freizeitläufer ist oder sich auf einen Wettbewerb vorbereitet. In beiden Fällen braucht er meine optimale therapeutische Unterstützung.

Philipp: Aus Trainersicht bedarf es bei der Vorbereitung auf einen Wettkampf einer deutlich detaillierteren und geplanten Trainingsgestaltung als beim Freizeitläufer. Eine Präferenz in Sachen Freizeit- oder Wettkampfläufer habe ich nicht. Wichtig für mich ist, dass die Kunden Engagement zeigen und auch die weniger schönen Aufgaben, wie zum Beispiel die Mobilisationen, kontinuierlich durchziehen.

Welche Relevanz hat in diesem Zusammenhang die fachliche Kooperation mit einem Therapeuten bzw. Trainer?

Korbinian: Wie bei allen Kunden oder Patienten, die im R1 Sportsclub von Trainern und Therapeuten betreut werden, ist die inhaltliche Zusammenarbeit von größter Bedeutung. So können wir unsere Arbeit auf die Bedürfnisse des Einzelnen abstimmen und ein optimales Ergebnis erzielen.

Philipp: Beim Laufen, wie im Allgemeinen auch bei anderen sportlichen Aktivitäten, halte ich die Teamarbeit mit einem Physiotherapeuten stets für sinnvoll. Insbesondere dann, wenn bereits Vorschädigungen oder Vorerkrankungen bekannt sind.

Philipp, gibt es bestimmte Personengruppen, für die das Thema Laufen besonders infrage kommt?

Ich möchte die Frage gern von der anderen Seite beantworten, nämlich mit einer Gegenfrage: Gibt es Personen, für die das Laufen nicht geeignet ist? Der Grund für diese Umstellung lässt sich sehr schön mit dem folgenden Zitat des EXOS-Gründers Mark Verstegen veranschaulichen: „Don’t run to be fit, be fit to run.“ Das heißt, dass Laufen nicht die Basis für Fitness ist, sondern dass erst einmal eine Basis geschaffen werden muss, damit Laufen gesundheitlich sinnvoll ist. Dieses Basistraining beinhaltet Übungen zur allgemeinen Mobilisation und Stabilisation sowie eine fundierte Einweisung in die Lauftechnik. Dies gilt natürlich auch für andere laufintensive Sportarten wie beispielsweise Fußball, da hier noch weitere externe, teils unkontrollierbare, Einflussfaktoren hinzukommen, die beim Laufen nicht auftreten.

Korbinian, hast du für uns ein konkretes Beispiel, wie sich die interdisziplinäre Arbeit ganz praktisch auf die Genesung und den sportlichen Erfolg eines Läufers auswirken kann? 

Korbinian: Ein schönes Beispiel für eine solche gelungene Zusammenarbeit ist eine Freizeitläuferin, die in unserem Studio in München trainiert. Bei einem Laufpensum von dreimal eine Stunde sowie zweimal zwei Stunden in der Woche wurde die Sportlerin – unabhängig von ihrer Laufgeschwindigkeit – als ambitioniert eingestuft.

Ihr Ziel war es, die Marathonstrecke erfolgreich zu bewältigen. Als sie mich aufsuchte, klagte sie über Schmerzen im Bereich des Trochanter Major und im Bereich des ISG, besonders nach längeren Läufen. Eine eingehende Untersuchung ergab Mobilitätseinschränkungen im oberen Sprunggelenk, mit starken myofaszialen Verklebungen im Bereich der Wade sowie in der Hüfte ventral mit Einschränkungen in der endgradigen Hüftextension. Weiter war die Stabilität in der Hüfte – hier die Abduktion vom proximalen Hebel, die vor allem bei unilateralen Belastungen, wie eben auch beim Laufen, vorkommen – kaum vorhanden.

Da ich die Läuferin trotz ihrer Beschwerden nicht überzeugen konnte, mit ihren Laufeinheiten auszusetzen, kümmerte ich mich während der Physiotherapie gezielt um ihre Mobilitätseinschränkungen und um eine Linderung der myofaszialen Schmerzen.

Parallel riet ich der Patientin, es mit Personal Training zu versuchen, um die Kraftverhältnisse in ihrem Körper besser in den Griff zu bekommen. Dieses Training machte ihr dann so viel Spaß, dass wir es gezielt in ihre Betreuung mit aufnahmen. Durch das begleitende Training konnten wir eine deutliche Verbesserung ihrer Hüftstabilität erreichen. Den Fokus ihres Personal Trainings legten wir – quasi als Ausgleichstraining zu ihrem Lauftraining – auf die Core-Stabilität und die funktionellen Bewegungsmuster. In dieser Kombination bekamen wir ihre Beschwerden perfekt in den Griff. Mittlerweile absolvierte sie erfolgreich ihren Marathon. In der Physiotherapie sehe ich die Sportlerin kaum noch, dafür ist sie heute umso häufiger beim Personal Training bei R1, mal in der 1:1-Betreuung, mal im Kleingruppentraining (Come Unity).

Vielen Dank für diesen tieferen Einblick in die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Betreuung von Laufsportlern! 

 



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